Offshore-Bohrungen vs. Keepers of the Coast

Schwedeneck, Heimat für viele Bewohner und Tier- und Pflanzenarten, wird durch das Öl- und Gasunternehmen DEA bedroht, das nur den finanziellen Vorteil dieser unberührten Landschaft sieht. Die Keepers of the Coast werden aktiv, um aus diesem Kampf einen neuerlichen Sieg für die Umwelt, das Land und die Bewohner zu machen.

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Ein neues Projekt für die Keepers of the Coast

Schwedeneck ist ein einzigartiger und geschützter Ort an der deutschen Küste. Die Schönheit der Landschaft mit ihren zahlreichen Tierarten und Biotopen und einer Steilküste und viele Wassersport-Spots ziehen zahlreiche Besucher an. Dieser natürliche und gefährdete Ort ist auch Anbaugebiet für die ökologische Landwirtschaft und Lebensraum für viele Bewohner.

Doch die Region wird von dem deutschen Öl- und Gasunternehmen DEA bedroht, das nur den finanziellen Vorteil dieser unberührten Landschaft sieht. Dieses Projekt zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen im Gebiet um Schwedeneck wurde vom schleswig-holsteinischen Umweltminister Dr. Robert Habeck genehmigt, obwohl sein Umweltministerium in einer Stellungnahme die Ölförderung ausgeschlossen hatte, da das Vorhaben im Widerspruch zu den Beschlüssen der COP21 in Paris steht.

In diesem Zusammenhang hat Prof. Dr. Linda Maria Koldau – unser lokaler Coast Keeper – Kontakt mit uns aufgenommen. Aufgrund der dringlichen Situation haben wir uns entschlossen, aus diesem Kampf ein Projekt der Keepers of the Coast zu machen. Dadurch können Teilnehmer nun vom technischen und juristischen Wissen von Surfrider profitieren und so den Wirkungsgrad ihrer Aktionen zum Schutz des ökologischen, kulturellen und sozialen Erbes maximieren.

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Die Aktion

Mit der Unterstützung von Prof. Dr. Linda Maria Koldau haben sich viele Bewohner der Region gegen die Risiken der Küstenverschmutzung und der allgemeinen Zerstörung einer bis jetzt geschützten Umwelt gestellt.

So haben sie die Bürgerinitiative „Hände weg von Schwedeneck“ gegründet und eine Petition gestartet, die bisher über 83.000 Unterschriften gesammelt hat (Petition auf Englisch), was von einer allgemeinen Ablehnung zeugt.

Diese Bürgerinitiative hält es für möglich, dass sich DEA auch für eine zukünftige Fracking-Berechtigung positionieren möchte, da die zugänglichen Ölvorräte in Deutschland begrenzt sind.

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Kurzfristige und langfristige Auswirkungen

Von Mensch und Tier verlassene Strände und Küsten, gestört durch Luft- und Wasserverschmutzung und anhaltenden Lärm… Soll so die Zukunft der Ostsee aussehen?

Die Strände von Schwedeneck gehören zu einem Natura 2000-Gebiet, in dem mehrere geschützte Arten wie der Schweinswal oder die Uferschwalbe leben. Diese geschützten Arten würden dann von den chemischen Abfällen und Schadstoffen bedroht werden. Die Auswirkungen wären auch im Tourismus zu spüren, da die Wasser- und Luftqualität sinken und somit die Spots zum Surfen, SUP und für andere Wassersportarten weniger attraktiv machen würde. Außerdem müssten die Bewohner an Lebensqualität einbüßen und ihre Kinder in einer lebensfeindlichen Umwelt aufwachsen.

Deutlich weitreichendere Auswirkungen könnten Unfälle auf der Ölplattform haben. Die größte Ölpest in der Geschichte der USA im Golf von Mexiko 2010, die sich auf eine Fläche von 4800 km² ausdehnte, ist ein perfektes Beispiel für die katastrophalen und zahlreichen Folgen dieses Industriezweigs.

Wenn auch Sie über ein solches Projekt schockiert sind und wenn auch Sie Ihrer Stimme für eine nachhaltige Welt Gehör verschaffen möchten, besuchen Sie die Internetseite der Keepers of the Coast und machen Sie mit! Jeder hat die Möglichkeit, einen Kampf zu beginnen und ein Keeper of the Coast zu werden. Hierzu müssen Sie nur Ihre Aussage auf der Internetseite der Keepers of the Coast abgeben. Jede Aussage wird sorgfältig geprüft und vielleicht zu einem neuen Projekt und einer neuen Herausforderung für die Keepers of the Coast. Denn die Demokratie beginnt mit der Information und der Berücksichtigung der Meinungen jedes Einzelnen.

Laura Anty, Environmental Writer – Bernadette Haury, Translator